Lackergiebigkeit

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    THEORETISCHE ERGIEBIGKEIT VON LACKEN KENNEN UND NUTZEN

    WIRTSCHAFTLICHKEIT 

    Für Lackanwender stellt die theoretisrhe Ergiebigkeit von Lackmaterialien einen interessanten Maßstab dar. Sie gibt an, wie viel Oberfläche mit 1 kg oder 1 Liter Lack beschichtet werden kann. Dabei kann heraus kommen, dass der teurere lack eigentlich der billigere ist.

    Im eigentlichen Sinn ist die theoretische Ergiebigkeit keine eigenständige Prüfmethode, sondern eine auf verschiedenen Ergebnissen anderer DlN-Einzelprüfungen basierende Berechnung. Nicht nur aus technischen, sondern aus wirtschaftlichen Aspekten ist die theoretische Ergiebigkeit eine wichtige Information für den Anwender von Beschichtungsmaterialien. Per Rechenformel wird dafür eine Schichtdicke herangezogen, mit der sich ein deckender Lackfilm erreichen lässt. Die theoretische Ergiebigkeit stellt einen berechneten Grenzwert dar, der annähernd erreicht werden kann. Bei der praktischen Ergiebigkeit müssen allerdings noch andere Faktoren wie Stoffverluste berücksichtigt werden, die je nach Lackierverfahren - z.B. Spritzen oder Rollen - und Untergrund - z.B. rau, glatt oder saugend - verschieden sind. Für Objekte, die mit einer Beschichtung versehen werden, kann die theoretische Ergiebigkeit jedoch als Maßstab verwendet werden, da sie angibt, wie viel m² Oberfläche mit einem Kilogramm oder Liter Anstrichstoff beschichtet werden können, Im Anlieferungszustand des Beschichtungsstoffs wird zunächst der Festkörper-, Pigment- und Bindemittelgehalt in Gewichtsprozent und die Dichte - das spezifische Gewicht - in g/cm³ bestimmt. Dies ist von Bedeutung, da bei einem Lack mit einem hohen Festkörpergehalt weniger aufgetragen werden muss, als bei einem Lack mit niedrigeren Festkörpergehalt, um eine bestimmte Schichtdicke zu erreichen. Unter diesem Aspekt kann ein ,,dicker" Lack ergiebiger als ein ,,dünner" Lack sein. Ebenso wird das spezifische Gewicht des Festkörpers bestimmt. Die so erhaltenen Werte werden zur Bestimmung einer Reihe von Größen genutzt; Beschichter können sich die theoretische Ergiebigkeit als Verbrauch in kg/m², m²/kg oder m²/l berechnen lassen:

    Bestimmung der Dichte (Pyknometerverfahren) nach DIN 53 217 Teil2. 
    Bestimmung des nichtflüchtigen Anteils von Lacken, Anstrichstoffen und Bindemitteln für Lacke und Anstrichstoffe nach DIN EN ISO 3251. 
    Bestimmung des Volumens der nichtflüchtigen Anteile nach DIN 53 219.
    Verbrauch zum Beschichten einer Fläche nach DIN 53 220.

    Der theoretische Verbrauch Vth in l/m² oder, nach Multiplikation mit der Dichte des Beschichtungsstoffs, in kg/m², ergibt sich aus der theoretischen Schichtdicke in µm und dem Festkörpervolumen in Volumenprozent. Anwender können so anhand der theoretischen Ergiebigkeit die Kosten für einen Anstrich ermitteln.

    Fazit: Eigentlich ist der teurere Lack B der billigere, da sich mit der gleichen Menge eine größere Fläche in der gleichen Schichtdicke beschichten lässt, als mit dem billigeren Lack A.

    Read 1948 times Last modified on Donnerstag, 10 Dezember 2015 19:21
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